Theo­ry U (Teil 2) – Die drei Geis­tes­hal­tun­gen – Open Mind, Open Heart, Open Will

Rück­blick

Im ers­ten Teil die­ser kur­zen Rei­hen über Theo­ry U stell­te ich die ers­ten drei von fünf Pha­sen vor, die man durch­lau­fen muss um acht­sam­keits-/be­wusst­heits-basier­ten Ver­än­de­rung durch­zu­füh­ren. Die drei ers­ten Pha­sen sind Co-initia­ting, Co-sens­ing und Pre­sen­cing. Außer­dem beschrieb ich die damit vebun­de­nen vier Ebe­nen des Zuhö­rens.

Wer dies noch­mal nach­le­sen möch­te, hier gehts zum Bei­trag Theo­ry U (Teil 1) – Co-initia­­ting, Co-sen­s­ing und Presencing

Inhalt

Der zwei­ter Teil beschäf­tigt mit den drei Geis­tesein­stel­lun­gen (Open Mind, Open Heart, Open Will), die für das Durch­lau­fen der fünf Pha­sen not­wen­dig sind.

Die drei Geisteshaltungen

Um die jewei­li­gen Gren­zen zwi­schen den vier Ebe­nen des Zuhö­rens zu über­win­den ist es not­wen­dig, bestimm­te Geis­tes­hal­tun­gen ein­zu­neh­men. Die­se sind Open Mind, Open Heart un Open Will.

Es gibt lei­der kei­nen Schal­ter, der die Geis­tes­hal­tun­gen ein­fach umschal­tet und so den Über­tritt in die nächs­te Ebe­ne des Zuhö­rens ermög­licht. Wie so vie­les im Leben ist der Weg durch die Geis­tes­hal­tun­gen und somit durch die Ebe­nen des Zuhö­rens fließend.

Außer­dem sind die Geis­tes­hal­tun­gen abhän­gig vom Sys­tem oder dem Feld in dem man sich bewegt.

(Im mei­nem Her­kunfts­fa­mi­li­en­sys­tem waren und sind z.B. die ers­ten bei­den Ebe­ne „Mono­log“ und „Debatt“ vor­herr­schend. In mei­nem Gegen­warts­fa­mi­li­en­sys­tem hin­ge­gen, wird in den meis­ten Fäl­len der „Dia­log“ prak­ti­ziert.… Und das trotz zwei­er Teen­ager im Haus )

Wich­tig bei den fol­gen­den Aus­füh­run­gen ist, dass die­se auf mei­nen ganz per­sön­li­chen Emp­fin­dun­gen, Erfah­run­gen, Ein­schät­zun­gen und mir bekann­ten Mus­tern basie­ren. Die­se mögen für ande­re Men­schen voll­kom­men anders sein.

Open Mind /​ Offen sein /​ Neu­gie­rig sein

Der Schritt ans Fens­ter, also das sich Fort­be­we­gen aus der Pha­se des Down­loa­ding erfor­dert nicht viel. Hier geht es ein­fach nur dar­um neu­gie­rig zu sein, um zu sehen, was in der Welt da dar­au­ßen los ist.

Open Mind wird oft mit Öff­nung des Ver­stan­des über­setzt. Für mich trifft es das nicht ganz, den Mind kann auch mit Geist, Ver­stand oder Sinn über­setzt wer­den. Am bes­ten passt daher für mich „offen sein“ oder sogar „neu­giereig sein“. D.h. sich für die (fak­ti­schen) Din­ge öff­nen, die da kommen.

Neu­gie­rig sein bedeu­tet jedoch noch nicht zwin­gend, die Din­ge, die man wahr­nimmt auch anzu­neh­men. Zunächst geht es über­haupt ein­mal dar­um, sich zu öff­nen. In der Pha­se der Debat­te wer­den dann die Erkennt­nis­se gegen die eige­ne Mei­nung abgegleichen.

vom „ICH“ zum „Ich und Du“

Voice of Jud­ge­ment (VoJ) /​ Die Stim­me des Urteilens

In jeder der Geis­tes­hal­tun­gen fin­det sich auch ein Gegen­spie­ler, der einen leicht auf die „Dunk­le Sei­te der Macht“ brin­gen kann. Doch dazu mehr in Teil vier, in dem ich auf die Spie­gel-Bewe­gung der Theo­ry U zu süpre­chen komme.

Im Fal­le der Neu­gier­de ist es die Stim­me des Urtei­lens, die einen in der Pha­se des Donw­loa­dings fest­hält. Statt abzu­glei­chen bleibt man bei der eige­nen Mei­nung und Urteilt über den Anderen.

Open Heart

Der Schritt vom Fens­ter her­aus in die Welt bedeu­tet im Ide­al­fall das Ein­tre­ten in eine ech­te Gemein­schaft und das Auf­bau­en ech­ter, tie­fe­rer Bezie­hun­gen. Jemand der die gan­ze Zeit mono­lo­gi­siert oder debat­tiert, wird sich ohne offe­nes Herz und letzt­end­lich Empa­thie in die­ser Gemein­schaft schwe­rer zurecht fin­den, da es ihm ver­mut­lich nicht so leicht fal­len Fal­len wird, tei­fe­re Bezie­hun­gen aufzubauen.

Ein Dia­log erfor­dert jedoch genau die­se tie­fe­re Bezie­hung und per­sön­li­che Ver­bin­dung, auf deren Basis es mög­lich ist Ver­letz­lich­keit zuzu­las­sen und die­se auch zuzu­ge­ben. Die­ses Zulas­sen der eige­nen und Wahr­neh­men der Ver­letz­lich­keit des Gegen­übers erfor­dert ein offe­nes Herz, ohne wel­ches die­se Bezie­hun­gen unhar­mo­nisch und kon­flikt­be­la­den wer­den können.

vom „Ich und du“ zu “Du und ich”

Voice of Cyni­cism (VoC) /​ Die Stim­me des Zynismus

Die Stim­me des Zynis­mus hin­dert mich dar­an, mein Herz zu öff­nen. Zynis­mus lenkt mich von mei­nen Gefüh­len ab, macht Mit­ge­fühl unmög­lich, Hil­fe für ande­re pein­lich und Zuhö­ren schwie­rig. Nichts inspi­riert und berührt wirk­lich das Herz, nichts weckt die kind­li­che Neu­gier.

Pek­ka Pirho­nen,
Open Your Mind, Heart, and Will

Die Kon­flik­te ent­ste­hen aus dem Mus­ter her­aus, dass der­je­ni­ge, der aus der zwei­ter Ebe­ne (Fac­tu­al Lis­tening) her­aus kom­mu­ni­ziert, auf die emo­tio­na­le­re Kom­mu­ni­ka­ti­on des ande­ren, letzt­end­lich aus Unver­ständ­nis mit Zynim­sus und Spott reagiert.

In der heu­ti­gen Umgangs­spra­che bezeich­net Zynis­mus, sowie das abge­lei­te­te Adjek­tiv zynisch, vor allem eine Hal­tung, Denk- und Hand­lungs­wei­se, die durch bei­ßen­den Spott geprägt ist und dabei oft bewusst die Gefüh­le ande­rer Per­so­nen oder gesell­schaft­li­che Kon­ven­tio­nen miss­ach­tet.

„Zynis­mus“. In: Wiki­pe­dia – Die freie Enzyklopädie.

Beim Über­gang von der zwei­ten auf die drit­te Ebe­ne ist es also wich­tig, auf die eige­ne Stim­me des Zynis­mus zu ach­ten und die­se zu bändigen.

Open Will /​ Offe­ne Wille

In der Geis­tes­hal­tung des Open Will geht es vor allem dar­um das Alte los zu las­sen um Platz zu schaf­fen für die neu­en Din­ge, die in der Zukunft am Hori­zont erschei­nen. Den Wil­len zu öff­nen heisst die letz­te per­son­li­che Schutz­bas­ti­on auf­zu­ge­ben, das Ich in ein Wir zu über­füh­ren und letz­ten­dich alle ego­is­ti­schen Impul­se zu Wohl der Grup­pe, des Sys­tems oder des Fel­des aufzugeben.

Wo die Öff­nung des Her­zens schwie­rig war, weil man dort das emp­tio­na­le Schutz­schild fal­len ließ, geht es nun noch einen Schritt wei­ter. Mit der Öff­nung des Wil­lens wer­den nun auch mate­ri­el­le und grund­le­gen­de Schutz- und Selbst­füh­rungs­me­cha­nis­men, wie z.B. per­sön­li­cher Wohl­stand oder per­sön­li­che Wer­te zum Woh­le des Wir in Fra­ge gestellt.

Per­sön­li­che Wer­te auf­ge­ben, scheint auf ers­ten Blick unmög­lich, zumin­dest nicht ohne eine Bewuss­te Wil­lens­an­stren­gung. Day­na Cun­ning­ham erzählt in einem der Vide­os des Kur­ses u.lab – Lea­ding from the emer­ging Future von jeman­dem, der auf der Suche nach den tie­fen Ursa­chen von rechts­wid­ri­gen Abhol­zen im Ama­zo­nas, zeit­wei­lig sel­ber zum Holz­fäl­ler wur­de um zu ver­ste­hen, war­um die­se Men­schen das tun.

Voice of Fear (VoF) /​ Die Stim­me der Angst

“The Fear Of Loss Is A Path To The Dark Side.”

Yoda – Star Wars

Angst ent­steht wenn Sicher­heits­be­dürf­nis­se ver­letzt wer­den. Die Öff­nung des Wil­lens erfor­dert und ermög­licht jedoch genau dies. Der Gegen­spie­ler zu die­sem Pro­zess der Öff­nung ist also die Stim­me der Angst.

Fort­set­zung folgt …

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